Knochenbrühe: Vorteile und Nachteile, Rezept, wie man sie richtig zubereitet
Knochenbrühe ist eine reichhaltige Brühe, die aus Knochen (oft mit Gelenken und Knorpeln) durch langes Köcheln zubereitet wird. Sie wird für ihren Geschmack, die gelierende Textur und die Vielseitigkeit geschätzt: Es ist eine Basiszutat für Suppen, Soßen und kalorienarme Snacks.
Im Folgenden beleuchten wir, welchen Nutzen von Knochenbrühe tatsächlich belegt ist, wo das Marketing übertreibt, wie man sie lecker und sicher zubereitet und worauf man bei Salz, Lagerung und Risiken achten sollte.
Was ist tatsächlich gesund an Knochenbrühe
1) Eiweiß und Aminosäuren, aber die Menge hängt stark vom Rezept ab
Knochenbrühe enthält Aminosäuren, darunter Glycin, Prolin und andere, die mit Kollagen verbunden sind. Aber die Konzentration und der tatsächliche Eiweißgehalt schwanken stark: Es hängt von der Art der Knochen, der Kochzeit, dem Fleischanteil, der Wassermenge und davon ab, wie stark die Brühe eingekocht ist. Studien heben ausdrücklich die Variabilität der Aminosäure-Zusammensetzung hervor und dass Knochenbrühe keine verlässlichen Dosen von „Kollagen-Vorläufern“ liefert, wie sie in Studien zu Kollagenpräparaten verwendet werden.
Praktische Schlussfolgerung: Knochenbrühe kann als angenehme zusätzliche Eiweißquelle dienen, aber man sollte keinen „Kollagen-Supplement-Effekt“ erwarten.
2) Gelenke, Haut, Bänder: Belege meist für Kollagenpräparate, nicht für Brühe
Für Gelenke und Kollagen gibt es tatsächlich klinische Studien zu Supplements, bei denen einige Menschen eine Verringerung von Schmerz oder Unwohlsein feststellen.
Aber das bedeutet nicht, dass „Knochenbrühe die Gelenke heilt“, da die Dosierung und der Gehalt in Präparaten standardisiert sind, aber in Brühe nicht.
3) Darm und „Schleimhaut-Regeneration“: vielversprechend, aber wenig Daten am Menschen
Knochenbrühe enthält Aminosäuren und Mineralstoffe, die theoretisch die Barrierefunktion des Darms unterstützen könnten, darüber gibt es auch Übersichtsarbeiten.
Einige experimentelle Studien wurden an Tiermodellen durchgeführt (z.B. entzündungshemmende Effekte bei Colitis-Modellen), und diese lassen sich mit Vorsicht auf Menschen übertragen.
4) Mineralstoffe: Erwartungen meist zu hoch
Knochenbrühe wird oft als „Quelle für Kalzium und Magnesium“ beworben, aber Studien zeigen, dass der tatsächliche Mineralstoffgehalt meist niedrig ist und stark von den Kochbedingungen abhängt.
Risiken und für wen Knochenbrühe nicht geeignet ist
1) Salz und Blutdruck
Gekaufte Brühen und Knochenbrühen können viel Salz enthalten. Harvard Health merkt an, dass manche Varianten mehr als 450 mg Natrium pro Tasse liefern.
Bei Bluthochdruck, Ödemen oder natriumarmer Diät wählen Sie ungesalzene Brühen und salzen Sie erst am Tisch oder kochen Sie selbst ohne Salz.
2) Schwermetalle: Ergebnisse gemischt, aber darauf achten
Eine Pilotstudie fand in Hühnerknochenbrühe eine höhere Bleikonzentration im Vergleich zum verwendeten Wasser.
Andere neuere Studien zu Metallen kommen zu dem Schluss, dass die Werte von Blei und Cadmium in einer Portion niedrig und das Risiko für die meisten Menschen minimal ist – beeinflusst werden die Werte aber auch von der Säure, Kochdauer und Knochenart.
Praktische Schlussfolgerung: Wenn Sie täglich literweise Knochenbrühe trinken, ist es sinnvoll, die Häufigkeit zu reduzieren. Für Schwangere, Kinder und Menschen mit Nierenerkrankungen sollte die Regelmäßigkeit mit einem Arzt besprochen werden.
3) Individuelle Verträglichkeit
Bei manchen Menschen lösen intensiv und lange gekochte Brühen Unwohlsein aus (z. B. bei Histamin-Intoleranz). Hierzu gibt es viele widersprüchliche Angaben und keinen einheitlichen klinischen Standard – achten Sie daher auf Ihre Symptome und wählen Sie ggf. eine kürzere Kochzeit oder einen Schnellkochtopf.
Knochenbrühe und Abnehmen: wie sinnvoll nutzen
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Es ist eine kalorienarme Basis, mit der man bequem „mehr Volumen“ ins Essen bringt: Suppen, Gemüsegerichte, Soßen.
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Als Snack: Eine Tasse warme Brühe kann das Verlangen nach Süßem dämpfen und hilft bis zur nächsten Mahlzeit ohne Gebäck, beachten Sie jedoch den Salzgehalt.
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Ersetzen Sie damit keine kompletten Mahlzeiten auf regelmäßiger Basis: Brühe enthält wenig Ballaststoffe, Vitamine und meist nicht genug Eiweiß, um den Tagesbedarf zu decken.
Wie man Knochenbrühe kocht: Basisrezept
Im Folgenden ein Universalrezept, das für Huhn und Rind geeignet ist. Die Kochzeit variiert danach.
Zutaten (für 3,5–4 Liter)
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Knochen: 1,5–2 kg
Geeignet: Rindergelenkknochen, Markknochen, Hähnchenkarkassen, Flügel, Füße (geben mehr Gelatine) -
Wasser: 3,5–4 l (sollte die Knochen 3–5 cm bedecken)
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Zwiebel: 1 Stk. (150–200 g), grob geschnitten
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Möhre: 1 Stk. (100–150 g), grob geschnitten
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Sellerie: 1–2 Stangen (nach Belieben)
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Knoblauch: 2–3 Zehen (nach Belieben)
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Lorbeerblatt: 1–2 Blätter
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Pfefferkörner: 6–10 Stück
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Apfelessig oder Zitronensaft: 1 EL (optional)
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Salz: besser nicht beim Kochen hinzufügen, erst beim Verzehr salzen
Hinweis zu Säure: Sie kann die Mineralstoff-Extraktion verstärken, beeinflusst aber auch das Herauslösen von Metallen. Wenn das für Sie wichtig ist, kochen Sie ohne Säure.
Zubereitung Schritt für Schritt im Topf
Schritt 1. Knochen vorbereiten (optional, verbessert aber den Geschmack sehr)
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Heizen Sie den Backofen auf 200 °C vor.
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Legen Sie die Knochen auf ein Backblech und rösten Sie sie 25–40 Minuten, bis sie braun sind.
Das sorgt für mehr Geschmack und Farbe.
Hähnchenknochen müssen nicht geröstet werden, falls Sie eine besonders „leichte“ Brühe wünschen.
Schritt 2. Erster Aufkochen und Abschöpfen
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Knochen in einen großen Topf geben, mit kaltem Wasser bedecken.
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Fast zum Kochen bringen, 5–10 Minuten abschäumen.
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Hitze reduzieren und sanft köcheln lassen: Oberfläche sollte sich nur leicht bewegen, ohne starkes Kochen.
Schritt 3. Köcheln lassen
Gemüse und Gewürze dazugeben.
Zeit:
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Hühnerknochenbrühe: 6–12 Stunden
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Rind: 12–24 Stunden
Wer den Herd verwendet, kocht am besten tagsüber und kühlt die Brühe dann über Nacht ab.
Schritt 4. Abseihen und entfetten
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Durch ein Sieb gießen.
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Abkühlen lassen. Das Fett erstarrt oben und kann leicht mit dem Löffel abgenommen werden (etwas für Geschmack übrig lassen, wenn gewünscht).
Schritt 5. Sicher aufbewahren
Wichtigste Regel: Schnell abkühlen und in den Kühlschrank stellen.
Die USDA empfiehlt, Brühe innerhalb von 2 Stunden gekühlt zu lagern. Praktisch ist es, Brühe in flache Behälter umzufüllen.
Die FDA empfiehlt fürs Gastgewerbe stufenweises Kühlen – das Prinzip bleibt: Brühe nicht lange in der „Gefahrenzone“ der Temperatur stehen lassen.
Im Multikocher und Schnellkochtopf: einfacher und konstanter
Multikocher
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Modus „Schmoren“ oder „Suppe“, sanftes Köcheln
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Huhn: 8–12 Stunden
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Rind: 12–24 Stunden
Schnellkochtopf
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2–3 Stunden geben meist eine kräftige, gelierende Brühe
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Ideal, wenn Sie kein langes Kochprozedere und keinen anhaltenden Geruch in der Küche wollen
Woran erkennt man eine „gelungene“ Brühe?
Merkmale:
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Nach dem Abkühlen wird sie fest oder gelartig (das ist Gelatine, kein „reines Kollagen“)
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Der Geschmack ist kräftig, ohne Bitterkeit
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Oben schwimmt gemäßigte Fettmenge, kein „Deckel im ganzen Behälter“ (Fett kann entfernt werden)
Wenn die Brühe bitter wird: Ursache sind oft zu stark geröstete Knochen, zu starkes Kochen oder zu viel Lorbeerblatt bei langer Kochzeit.
Wie Knochenbrühe verwenden
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Suppen und Eintöpfe statt Wasser
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Soßen und Bratenfonds
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Getreide (Reis, Buchweizen) darin garen
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Eine warme Tasse Brühe als Snack
Beim Abnehmen praktisch: Erst am Tisch salzen und Beilagen (Öl, Nudeln, Croutons) bewusst kontrollieren – sie machen meist die Kalorien aus.
FAQ
Wie lange Knochenbrühe kochen?
Hühnerbrühe meist 6–12 Stunden, Rind 12–24 Stunden bei magerem Köcheln. Im Schnellkochtopf reichen oft 2–3 Stunden.
Muss Essig hinzu?
Nicht zwingend. Essig kann die Mineralstoffextraktion beeinflussen, aber auch die von anderen Elementen. Bei Unsicherheit lieber ohne Säure kochen.
Stimmt es, dass Knochenbrühe Gelenke heilt?
Brühe kann eine Aminosäurequelle sein, aber zuverlässige klinische Effekte sind eher bei standardisierten Kollagenpräparaten belegt und der Nährstoffgehalt der Brühe ist sehr variabel.
Besteht Risiko durch Schwermetalle?
Die Forschung zeigt unterschiedliche Ergebnisse: Es gibt Studien mit erhöhtem Bleiwert, andere zeigen für Portionen niedrige Toxizität. Die Kochbedingungen beeinflussen die Werte.
Wie Knochenbrühe sicher aufbewahren?
Schnell abkühlen, in flachen Behältern abfüllen und innerhalb von 2 Stunden in den Kühlschrank stellen.
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